23.09.2013 - 11:01:13

zu Favoriten hinzufügen
Drucken

Bundestagswahl: Wer wird neuer Gesundheitsminister?

Für Daniel Bahr ist die Zeit als Gesundheitsminister vorbei (Foto: dpa). Vergrößern Für Daniel Bahr ist die Zeit als Gesundheitsminister vorbei (Foto: dpa).

Deutschland hat gewählt. Jetzt interessieren sich Apotheker vor allem für eine Frage: Wer könnte neuer Bundesgesundheitsminister werden? apotheke-aktuell stellt die wichtigsten Personen und Konstellationen vor.

Rund 73 Prozent aller Wahlberechtigten haben am vergangenen Sonntag ihre Stimme abgegeben. Laut vorläufigem, amtlichem Endergebnis entfallen auf die CDU/CSU 41,5 Prozent aller Stimmen. Die SPD bekam 25,7 Prozent, die Linke 8,6 Prozent, und die Grünen überzeugten 8,4 Prozent aller Wähler. Mit 4,8 beziehungsweise 4,7 Prozent haben sowohl die FDP als auch die Alternative für Deutschland (AfD) ihren Einzug in den Bundestag knapp verfehlt. Rein rechnerisch hätten damit sowohl Schwarz-Grün, Schwarz-Rot als auch Rot-Rot-Grün eine Mehrheit an Sitzen. Bald wird sich das Personalkarussell drehen. Apotheker fragen sich, wer künftig das Bundesministerium für Gesundheit leiten könnte.

CDU/CSU: Auswüchse stoppen

Als gesundheitspolitischer Sprecher der Union hat Jens Spahn (33) gute Chancen auf den Ministerposten. Er scheut sich nicht vor direkten Konfrontationen mit dem Berufsstand, wie kürzlich auf dem Apothekertag. Eines seiner Ziele ist, gesetzlich gegen Nullretaxationen vorzugehen. Auch den GKV-Spitzenverband will Spahn in seiner Macht beschneiden – nach erneuten Problemen der Apothekerschaft mit Substitutionslisten. Für den pharmazeutischen Großhandel hält der Christdemokrat weniger gute Neuigkeiten bereit: Mit besseren Honoraren können Grossisten nicht rechnen, schließlich hätten Firmen ihre Rabatte "geschickt zurückgefahren". Auch will sich Spahn in die aktuelle Rabattschlacht nicht einmischen, was viele Apotheker freuen dürfte.

SPD: viele Überraschungen

Professor Dr. Karl Lauterbach (50) ist Apothekern ebenfalls nicht unbekannt. Seinerzeit war er als Berater von Ulla Schmidt aktiv. Er setzt sich stark für evidenzbasierte, kosteneffektive Therapieverfahren ein. Allerdings ringt die SPD selbst um ihren sprichwörtlich roten Faden. Zuletzt kritisierte Marlies Volkmer beim DAT Lauterbachs Äußerungen coram publico. Er hatte das Apothekennotdienstsicherstellungsgesetz (ANSAG) als "Kniefall vor der Apothekerlobby" bezeichnet. Vom ABDA-KBV-Modell hält der Wissenschaftler ebenfalls nichts, dies sei vielmehr eine "Neuverteilung von Honoraren". Er spricht von "Preisvorteilen durch größere Vertriebsstrukturen", schließt Ketten aber explizit aus.

Die Grünen: Kette, ja oder nein?

Birgitt Bender (56) könnte als Bundesgesundheitsministerin durchaus für einige Überraschungen sorgen. Allein das Große und Ganze bleibt unklar: Wie sich beim DAT gezeigt hat, distanzieren sich andere Kandidaten mehr und mehr vom Spitzenkandidaten Jürgen Trittin. Maria Klein-Schmeink, ebenfalls in der Gesundheitspolitik aktiv, will das Fremd- und Mehrbesitzverbot in der aktuellen Form beibehalten. Trittin hingegen bezeichnete entsprechende Einschränkungen als "kundenfeindlich", sie verzerrten Preise und "schützten Besitzstände".

FDP: Aus und vorbei

Mit Daniel Bahr (36) brauchen Apotheker nicht mehr zu rechnen – seit Mitte 2011 war der Liberale Bundesgesundheitsminister. Noch beim DAT versprach er, Fixpauschalen regelmäßig anzupassen. Bahr drängte ebenfalls auf eine Umsetzung des ABDA-KBV-Modells und wollte die Blockadehaltung kassenärztlicher Vereinigungen nicht länger tolerieren. Darum wird sich jetzt sein Nachfolger zu kümmern haben.

mehr zum Thema Die Wahlaussagen zur Gesundheitspolitik
mehr zum Thema Personalroulette: Vom Wahlkampf und der Zeit danach
mehr zum Thema Landtagswahl: Videoapotheker im Freistaat?

Michael van den Heuvel / apotheke-aktuell

Mittwoch, 23. Juli 2014
Jetzt den kostenlosen Newsletter mit den wichtigsten News abonnieren.

Medienpartner

pharma rundschau PTA