Umwelt & Atemwege
Sport und Alltag bei schlechter Luft
Was Feinstaub, Ozon und Stickstoffdioxid für Gesundheit und Bewegung im Freien bedeuten – und wie Sie aktuelle Luftwerte sinnvoll nutzen können.
Erstellt auf Grundlage der unten genannten Fach- und Behördenquellen.
Aktuell eingeordnet
Luftqualität heute in Hamburg
Messstation Hamburg Sternschanze
UBA-Gesamtbewertung: Sehr gut
- Feinstaub PM10
- 9 µg/m³
- Feinstaub PM2,5
- Keine Angabe
- Stickstoffdioxid NO₂
- 11 µg/m³
- Ozon O₃
- 58 µg/m³
Der Luftqualitätsindex richtet sich nach dem ungünstigsten gemessenen Schadstoff.
Zur LuftqualitätsübersichtWas zeigt der Luftqualitätsindex?
Der Luftqualitätsindex (LQI) des Umweltbundesamtes fasst aktuelle Stundenmittelwerte mehrerer Luftschadstoffe zu einer Gesamtbewertung zusammen. Die fünf Stufen heißen sehr gut, gut, mäßig, schlecht und sehr schlecht. Bewertet werden Feinstaub (PM10 und PM2,5), Stickstoffdioxid, Ozon und Schwefeldioxid. Der Schadstoff mit der schlechtesten Einzelbewertung bestimmt die Stufe.
Nicht an jeder Messstation werden alle Schadstoffe erfasst. Das ist nach Angaben des Umweltbundesamtes nicht untypisch: Bei geringer Vorbelastung eines Stoffes ist eine Dauermessung nicht immer nötig. Ein fehlender Einzelwert bedeutet deshalb nicht, dass die Luft dort frei von diesem Schadstoff ist. Der Index beschreibt die Luft an der jeweiligen Station – nicht Ihre persönliche Belastung unterwegs, in Innenräumen oder direkt an einer stark befahrenen Straße.
Aktuelle Werte für ausgewählte Städte finden Sie auf der Datenseite Luftqualität. Sie ersetzen keine individuelle medizinische Beurteilung. Das Umweltbundesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass die Luftqualität nicht immer die einzige Ursache für Beschwerden ist.
Feinstaub, Ozon und Stickstoffdioxid
Stickstoffdioxid, Feinstaub und Ozon zählen nach dem Umweltbundesamt zu den wichtigsten Luftschadstoffen in Deutschland, weil sie schon in geringen Konzentrationen die Gesundheit beeinträchtigen können. Die Luftqualität in Deutschland hat sich verbessert. Gleichwohl sind die derzeit vorkommenden Konzentrationen nicht so niedrig, dass gesundheitsschädliche Wirkungen ausgeschlossen werden können.
Feinstaub ist ein Gemisch fester und flüssiger Partikel. PM10 kann bis in die oberen Atemwege gelangen, PM2,5 bis in Bronchien und Lungenbläschen. Ultrafeine Partikel können weiter vordringen. Akut sind Schleimhautreizungen und örtliche Entzündungen möglich. Eine langfristige Belastung kann Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen und die Sterblichkeit an solchen Erkrankungen erhöhen.
Stickstoffdioxid (NO2) entsteht vor allem bei Verbrennungsprozessen, insbesondere im Straßenverkehr. Es reizt die Schleimhäute der Atemwege. Besonders betroffen können Menschen mit Asthma sein, weil sich eine bestehende Verengung der Bronchien verstärken kann. Eine jahrelange Belastung durch niedrige Konzentrationen kann das Risiko erhöhen, an Atemwegserkrankungen zu versterben.
Bodennahes Ozon entsteht unter Sonneneinfluss aus Vorläufersubstanzen. Es reizt Augen und Atemwege und kann Husten, Kopfschmerzen und eine verminderte Lungenfunktion verursachen. Hohe Werte treten häufig an sommerlichen Nachmittagen auf – nicht nur in Städten, sondern auch im Umland.
Warum Sport die Schadstoffaufnahme beeinflussen kann
Bei körperlicher Anstrengung atmen Sie tiefer und häufiger. Dadurch gelangt mehr Außenluft – und mit ihr mehr Schadstoff – in die Atemwege. Das Umweltbundesamt beschreibt das insbesondere für Ozon: Die Aufnahme steigt mit dem Atemvolumen, und empfindliche Personen mit vorgeschädigten Atemwegen sind besonders anfällig.
Deshalb zielen die Verhaltenstipps des Luftqualitätsindex vor allem auf körperliche Aktivität. Gleichzeitig gilt Bewegung als wichtiger Schutzfaktor. Die Empfehlungen des Umweltbundesamtes sind so formuliert, dass Menschen bei schlechter Luft nicht grundsätzlich vom Sport abgehalten, sondern zu einer Anpassung von Ort, Zeitpunkt und Intensität angeleitet werden.
Für Open-Air-Sportveranstaltungen rät das Umweltbundesamt, eine Teilnahme schon ab einem einstündigen Ozonwert von 120 µg/m³ zu überdenken. Ab 180 µg/m³ (einstündiger Mittelwert) wird die Bevölkerung über die Informationsschwelle unterrichtet. Dann sollen insbesondere ozonempfindliche Personen ungewohnte und starke Anstrengungen am Nachmittag im Freien vermeiden. Diese Schwellen stammen aus den Hinweisen des Umweltbundesamtes zu Ozon bei Sportveranstaltungen. Sie sind eine Orientierung und keine individuelle Freigabe oder Absage für Ihren Sport.
Wer besonders empfindlich reagieren kann
Das Umweltbundesamt unterscheidet Verhaltenstipps für die Allgemeinbevölkerung und für besonders empfindliche Personen. Zu den vulnerablen Gruppen zählen Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege oder des Herz-Kreislauf-Systems, Kinder, Schwangere und ältere Menschen. Sie können bereits bei geringerer Belastung Beschwerden entwickeln und sollen ihre Aktivitäten deshalb früher anpassen.
Wer zum Beispiel Asthma hat, kann bei hoher Feinstaubbelastung mehr oder andere Medikamente benötigen. Das ist eine ärztliche Entscheidung. Der Index sagt nicht, ob Sie persönlich empfindlich sind, und er ersetzt keine Abstimmung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Bestehende Atemwegsbeschwerden können auch andere Ursachen haben – etwa eine Infektion. Hinweise dazu finden Sie im Ratgeber und auf der Datenseite Atemwegsinfekte. Wetterlagen und Hitze können die Belastung zusätzlich verstärken; aktuelle Einordnungen bietet das Gesundheitswetter.
Was Sie bei schlechter Luft tun können
Prüfen Sie vor längeren oder anstrengenden Aktivitäten im Freien den aktuellen Luftqualitätsindex. Die folgende Übersicht gibt die Verhaltenstipps des Umweltbundesamtes für die fünf LQI-Stufen wieder – getrennt für die Allgemeinbevölkerung und für besonders empfindliche Personen. Die Tipps beziehen sich auf den Gesamtindex und nicht auf einen einzelnen Schadstoff.
| Stufe | Allgemeinbevölkerung | Empfindliche Personen |
|---|---|---|
| sehr gut | Aktivitäten im Freien wie gewohnt möglich. | Aktivitäten im Freien wie gewohnt möglich. |
| gut | Aktivitäten im Freien wie gewohnt möglich. | Aktivitäten im Freien wie gewohnt möglich. Kurzfristige Beschwerden durch Luftschadstoffe sind kaum zu erwarten; langfristige Wirkungen auf diesem Niveau sind nach dem Umweltbundesamt nicht ausgeschlossen. |
| mäßig | Übliche Aktivitäten im Freien sind möglich. | Beim Sport im Freien eine Gegend mit besserer Luftqualität bevorzugen, zum Beispiel mit wenig Verkehr, und auf Beschwerden achten. Bei wiederholtem Husten oder Kurzatmigkeit die Anstrengung reduzieren und Medikamente ärztlich besprechen. |
| schlecht | Beim Sport im Freien eine Gegend mit besserer Luftqualität bevorzugen. Bei Husten oder Kurzatmigkeit die körperliche Aktivität reduzieren. | Anstrengende Aktivitäten in Zeiten oder an Orte mit besserer Luftqualität verlagern oder die Anstrengung reduzieren. Bei Husten oder Kurzatmigkeit die Aktivität beenden und Medikamente ärztlich besprechen. |
| sehr schlecht | Anstrengende Aktivitäten in Zeiten oder an Orte mit besserer Luftqualität verlagern. Bei Husten oder Kurzatmigkeit die körperliche Aktivität reduzieren. | Körperliche Anstrengung im Freien vermeiden und anstrengende Tätigkeiten verlagern. Bei Husten oder Kurzatmigkeit die Aktivität beenden und Medikamente ärztlich besprechen. |
Zusätzlich kann es helfen, intensives Training an verkehrsreichen Straßen zu meiden, Pausen einzulegen und bei Sommerozon die Mittags- und Nachmittagsstunden zu entlasten. Wer Beschwerden bemerkt, sollte die Belastung senken – unabhängig davon, welche Stufe gerade angezeigt wird.
Checkliste: Bewegung bei belasteter Luft
- aktuellen Luftqualitätsindex prüfen
- eigene Empfindlichkeit und Vorerkrankungen berücksichtigen
- Intensität, Ort und Zeitpunkt anpassen
- verkehrsarme Wege bevorzugen
- bei Sommerozon Mittag und Nachmittag entlasten
- bei Husten oder Kurzatmigkeit abbrechen
- anhaltende Beschwerden ärztlich abklären lassen
Wann ärztlicher Rat wichtig ist
Aktuelle Messwerte und der Luftqualitätsindex ersetzen keine persönliche medizinische Beurteilung. Das Umweltbundesamt empfiehlt ärztliche Beratung bei länger anhaltenden oder wiederkehrenden Symptomen – auch unabhängig von der Luftqualität.
Ärztlichen Rat einholen, wenn zum Beispiel:
- Husten, Kurzatmigkeit oder Brustenge neu auftreten oder zunehmen,
- eine bekannte Atemwegs- oder Herzerkrankung sich verschlechtert,
- Medikamente nicht mehr wie gewohnt wirken,
- Kinder, Schwangere oder ältere Angehörige ungewöhnliche Beschwerden zeigen,
- Sie unsicher sind, ob Sport im Freien für Sie vertretbar ist.
Bei nicht lebensbedrohlichen, aber dringenden medizinischen Fragen erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. Hinweise dazu stehen auf 116117.de. Bei lebensbedrohlichen Zuständen, starker Atemnot oder Verdacht auf einen Herzinfarkt wählen Sie den Notruf 112.
Häufige Fragen
Was zeigt der Luftqualitätsindex?
Der LQI des Umweltbundesamtes ordnet aktuelle Stundenwerte von Feinstaub, Stickstoffdioxid, Ozon und Schwefeldioxid in fünf Stufen ein. Der schlechteste Einzelstoff bestimmt die Gesamtstufe. Der Wert gilt für die Messstation, nicht als Diagnose für eine einzelne Person.
Kann ich bei schlechter Luft noch draußen Sport machen?
Das hängt von der LQI-Stufe, Ihrer Empfindlichkeit und der Art der Belastung ab. Die Allgemeinbevölkerung soll bei den Stufen schlecht und sehr schlecht anstrengende Aktivitäten verlagern oder reduzieren. Empfindliche Personen sollen das früher tun und bei sehr schlechter Luft körperliche Anstrengung im Freien vermeiden. Der Index gibt eine Orientierung, keine individuelle Freigabe.
Wer gilt als empfindliche Person?
Nach dem Umweltbundesamt zählen dazu vor allem Menschen mit Vorerkrankungen der Lunge oder des Herz-Kreislauf-Systems, Kinder, Schwangere und ältere Menschen. Ob das auf Sie zutrifft und welche Anpassung sinnvoll ist, klären Sie im Zweifel ärztlich.
Wann sollte ich ärztlichen Rat einholen?
Bei neuen oder zunehmenden Atem- oder Herzbeschwerden, bei einer Verschlechterung einer bekannten Erkrankung und bei anhaltenden oder wiederkehrenden Symptomen. Aktuelle Luftwerte ersetzen diese Abklärung nicht. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter 116117 erreichbar, der Notruf unter 112.
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Veröffentlicht am 17.09.2026
Zuletzt aktualisiert am 17.09.2026
Quellen dieses Artikels
Die verwendeten Quellen finden Sie direkt unter diesem Artikel.
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Der Luftqualitätsindex (LQI)
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